Drittes Finale in Folge!

Spanien hat sich für das Finale der Europameisterschaft 2012 (Sonntag, 20:45 Uhr) in Kiew qualifiziert. Das Team von Vicente Del Bosque setzte sich gegen eine überraschend diszipliniert agierende portugiesische Mannschaft erst im Elfemterschießen mit 2-4 durch. In 120 teilweise sehr zähen Minuten hatte es keine der beiden Mannschaften geschafft, ein Tor zu erzielen. Der erst in der zweiten Halbzeit eingewechselte Cesc Fàbregas verwandelte den fünften und entscheidenden Elfmeter. Cristiano Ronaldo kam als fünfter Schütze der Portugiesen erst gar nicht mehr dran.

Die ersten 90 Minuten in der Donbass Arena in Donezk waren eher enttäuschend, ohne klare Torchancen und mit zwei Teams, denen man die Anspannung und die Angst anmerkte. Del Bosque entschied sich zum ersten Mal bei dieser EM für Álvaro Negredo im Sturm. Der 26-jährige Spieler des FC Sevilla hatte bis gestern gerade mal eine EM-Minute absolviert, erhielt aber dennoch den Vorzug vor Torres und Cesc.

Negredo jedoch blieb hinter den Erwartungen zurück, da er kaum am Spielgeschehen teilnahm, sicherlich ein Verdienst der Portugiesen, die, anstatt sich hinten reinzustellen, die Spanier früh attackierten und damit, wie bereits schon Italien und Kroatien in der Gruppenphase, ihr Spielsystem durcheinander brachten.

Erst in der Verlängerung, als bei Portugal so langsam die Kräfte schwanden, zeigten sich die Spanier von ihrer besten Seite und schafften es nun sich über ihr gewohntes Kurzpassspiel (Tiki-Taka) einige gute Torchancen herauszuspielen. Besonders die Einwechslung von FàbregasJesús Navas und Pedro brachte frischen Wind ins spanische Spiel und so kam es in der 103. Minute zur besten Chance der Spanier durch Andrés Iniesta nach einer tollen Vorarbeit von Linksverteidiger und Barça-Neuzugang Jordi Alba.

Schließlich stand es nach 120 Minuten 0-0 und so kam es zum Elfmeterschießen, welches mit einem Fehlschuss auf jeder Seite startete. Bei den Spaniern war es Xabi Alonso, der am Tor vorbei schoss, bei Portugal war es Moutinho, dessen Schuss Iker Casillas hielt. Danach trafen auf der Seite der Spanier Iniesta, Piqué und Sergio Ramos (im Panenka-style) sowie Pepe und Nani bei den Portugiesen. Bruno Alves, der vierte Schütze der Portugiesen, hämmerte den Ball dann an die Latte und so hatte, wie bereits 2008 gegen Italien, erneut Fàbregas die Entscheidung in seinem Hand bzw. in seinem Fuß. Und er traf. Ronaldo, vorgesehen für den fünften Elfmeter Portugals, kam garnicht mehr zum Zug.

Elfmeterschießen (Portugal 2-4 Spanien)

Titel-Hattrick?

Xavi und co. haben nun die einmalige Möglichkeit etwas zu erreichen, was noch nie einer Nation gelungen ist: drei große Turniere in Folge zu gewinnen. Der Finalgegner wird heute Abend in Warschau ermittelt. Dort trifft um 20:45 Uhr Deutschland auf Italien. am Sonntag wird Italien sein. Die Mannschaft von Coach Prandelli setzte sich gestern im zweiten Halbfinale mit 2-1 gegen Deutschland durch.

Daten und Fakten

Hier gibt es noch einige interessante Daten und Fakten zum Spiel:

  • Spanien hat nun elf EM-Spiele in Folge ohne Niederlage bestritten.
  • Iniesta und Fàbregas waren als einzige bei all diesen elf Spielen dabei.
  • Iker Casillas ist seit 15 Stunden (900 Minuten, 9 Spiele) in K.o.-Spielen ungeschlagen.
  • Piqué schoss gegen Portugal den ersten Elfmeter in seiner Karriere.
  • Spanien ist, hinter Deutschland und Brasilien, das dritte Land, das drei Endspiele in großen Turnieren (WM, EM, Copa America) erreicht.

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