Der 24. Spieltag schenkt der Liga BBVA ihre Attraktivität zurück

„Hay Liga“ – „Es gibt Liga“. So lässt sich der 24. Spieltag der Liga BBVA plakativ zusammenfassen. Soll so viel heißen, als dass die spanische Meisterschaft wieder spannend geworden ist. Schuld daran ist zum Einen die mehr als unerwartete Niederlage Barças, ausgerechnet gegen den letzten der Liga Espanyol (1-2), in Kombination mit der Gala-Vorstellung von Real Madrid gegen Betis (6-1). In nur zwei Spieltagen ist dem Tabellenzweiten Real damit gelungen, den enormen Punkteabstand zu Barça von 12 auf immerhin sieben zu reduzieren.


Es war als eines der ungleichsten Derbys überhaupt gestartet. Der Tabellenerste Barcelona, seit 22 Spieltagen ungeschlagen (nur am 1. Spieltag gegen Numancia verloren) empfing Espanyol, bis dato Tabellenletzter. Der Abstiegskandidat hatte seit 14 Spielen nicht mehr gewinnen können und beide katalanischen Klubs trennten 42 stolze Punkte. (das sind so viele, wie der deutsche Tabellenerste Hamburger SV zurzeit hat!). Doch eben das zeichnet den Reiz des Fußballs aus: Alles ist möglich und Statistiken sind spätestens auf dem Platz als wertlos zu erachten.

Typisches Derby mit Schiri Ferreiro als Sündenbock

Die Partie als solche hatte alle Zutaten, die in ein hitziges und emotionsgeladenes Stadtderby dazu gehören: Viel Härte und Fouls, fragwürdige Platzverweise, spannende und schöne Tore,  Konfrontationen und – mit Schiri Ferreiro – auch einen Sündenbock, auf den sich die Verlierermannschaft nach dem Spiel ausgiebig berufen konnte. Dass aber der FC Barcelona als Verlierer vom Platz gehen würde, das war angesichts der ungleichen Kräfteverhältnisse selbst für so ein Derby eine wirklich krasse Überraschung und als solche wurde sie – besonders in der Hauptstadt, bei Erzfeind Real – frenetisch gefeiert.

Barca histerisch, Espanyol konzentriert

Ich will nicht sagen, dass man einen derartigen Spielausgang hätte vorausahnen können, hatte doch Barça bisher sämtliche Spiele, in denen der – egal welcher – Gegner in Führung gegangen war, noch zu seinen Gunsten drehen können. Doch Barça wirkte in dieser Partie gegen Espanyol schon von Anfang an irgendwie etwas desorientiert und vielleicht auch ein wenig hysterisch. Espanyol dagegen war hoch konzentriert und nahm das Derby mehr als ernst (als Tabellenletzter sowieso ein gutes Rezept).

Destruktivfußball schlägt Filigranfußball

Wer also den gewohnten Filigranfußball von Xavi und co. erwartet hatte, wurde bitter enttäuscht. Die meisten also von Euch. Stattdessen schaffte es Espanyol irgendwie durch eine Art Destruktivfußball, die Maschinerie Barças komplett auszuschalten. Von Antifußball war sogar in irgendeinem katalanischen Sportmagazin zu lesen gewesen. Doch die Rechnung von Trainer Pochettino ging voll auf. Er wusste, dass man den FC Barcelona ja nicht spielen lassen durfte, und somit gestaltete er ein wirksames Gegenmittel in Form einer sehr ernsten und sehr harten Spielweise.

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