Schwere Zeiten für Luis Aragonés und Juande Ramos

Was bei Spanien gut funktioniert, muss in der Türkei noch lange nicht funktionieren. Diese Erkenntnis sollte Luis Aragonés spätestens nach der bitteren 1-4 Heimniederlage seines Teams Fenerbahçe Istanbul am Sonntag gewonnen haben. Mit 4 Niederlagen und nur 2 Siegen – schlechtester Saisonstart seit 37 Jahren – belegt der türkische Traditionsklub nach dem sechsten Spieltag einen enttäuschenden zwölften Platz in der Super Lig und die Zukunft von Aragonés scheint mehr denn je an einem seidenen Faden zu hängen.

Kritisiert wird vor allem das Spielsystem, welches Aragonés eins zu eins aus der spanischen Nationalmannschaft übernommen hat. Die Spieler tun sich dabei schwer, das vom Coach diktierte 4-5-1-System in die Praxis umzusetzen, ein System welches von vielen als zu defensiv angesehen wird, da es nur ein einzige Spitze vorsieht (meistens besetzt durch den Spanier Dani Güiza). Dass viele Leistungsträger wie Emre oder Semih zur Zeit verletzt sind, kommt noch erschwerend hinzu.

Juande Ramos mit Tottenham nur letzter

Doch nicht nur Aragonés macht gerade eine schwierige Phase durch. In England gleicht der bisherige Ligaverlauf von Tottenham Hotspurs einem Alptraum. Trainiert wird Tottenham vom Spanier Juande Ramos, welcher mit seinem ex-Klub, dem FC Sevilla, zwei mal den UEFA-Cup hintereinander gewonnen hatte. In der letzten Saison holte Ramos zwar mit Tottenham auf Anhieb den Curling Cup, doch zur Zeit gibt es wahrlich keinen Grund zur Freude. Nach sieben Spielen haben die Hotspurs noch kein einziges Mal gewonnen, dafür fünf Mal verloren und zwei Untentschieden geholt. Das bedeutet momentan den letzten Platz in der Tabelle der Premier League. Auch im letzten Heimspiel gegen den Aufsteiger Hull City machte die Elf von Ramos keine gute Figur und verlor durch ein Freistoßtor von Geovanni (‚9) mit 0-1.

Torres erneut mit Doppelpack

Fernando Torres. Foto: Lionoche @ Flickr.com

Fernando Torres. Foto: Lionoche @ Flickr.com

Vorbildlich ist dagegen der FC Liverpool, der sich momentan mit dem FC Chelsea die Tabellenspitze teil. Bei den Reds stehen ja mit Keeper Reina, sowie Arbeloa, Alonso, Riera und Torres regelmäßig bis zu fünf Spanier in der Startformation. Und auch auf der Trainerbank wird spanisch gesprochen. Rafa Benítez heisst der Erfolgscoach, der mit den Reds bereits die Champions League holte.

Der Gegner gestern hieß Manchester City (neuer Klub von Robinho). Und es waren die Gastgeber, die den besseren Start erwischten. Stephen Ireland sorgte für die Führung von City nach 19. Minuten. Kurz vor der Halbzeit erhöhte Javie Garrido – ebenfalls Spanier – per Freistoß auf 2-0.

Torres ist zur Stelle

Doch, wer bereits mit einem sicheren City-Sieg rechnete, sollte sich bitte täuschen, denn er hatte die Rechnung vermutlich ohne Fernando Torres gemacht. „The Kid“ war nämlich da, als er gebraucht wurde und traf gleich zweimal ('55 und '73) zum Ausgleich.

Dirk Kuyt gelingt Siegtreffer in der Nachspielzeit

Kurz vor dem 2-2 hatte City-Spieler Pablo Zabaleta nach einem üblen Foul an Alonso übrigens die rote Karte gesehen. Liverpool wurde nun immer stärker und machte konstant Druck auf das Tor von City. In der sechs minütigen Nachspielzeit gelang Dirk Kuyt schließlich der verdiente 2-3 Siegtreffer. Liverpool ist damit in der bisherigen Saison noch ungeschlagen.

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