Es ist verboten, Mohammed VI mit Barça zu vergleichen

In Marokko genießt der spanische Fußball eine große Popularität. Traditionsklubs, wie der FC Barcelona stehen bei vielen Marokkanern hoch im Kurs. So auch beim 18 jährigen Yassine Belassal, Barcelona-Fan durch und durch. Neben einer „Barça“-Tätowierung auf seinem Arm kauft Yassine regelmäßig Trikots seines Lieblingsklubs. Wie ein ganz normaler Fan eben. Im strengen und konservativen Marokko ist ihm seine Leidenschaft nun zum Verhängnis geworden.

Anfang dieser Woche wollte sich Yassine einen Spaß erlauben. Medienberichten zufolge schrieb der Schüler in einer der Pausen das in Marokko geltende Motto „Gott, Vaterland und König“ an die Tafel, wobei er das Wort König durch „sein“ Barça ersetzt. Der Direktor entdeckte das Gekritzel und rief sofort die Polizei. Yassine wurde daraufhin festgenommen und per Eilverfahren zu 18 Monaten Haft verurteilt, die er bereits im Gefängnis Boulmharez absitzt. Angaben zufolge teilt er sich dort eine Zelle mit bis zu 80 weiteren Insassen. Anscheinend wird ihm aber genehmigt, im Gefängnis zu lernen um – wie ursprünglich geplant – im Juni sein Abitur machen zu können.

Parallelen zum Fuad Mortada-Fall

Diese Geschichte ist vergleichbar mit dem Fall von Fuad Mortada, einem 26 jährigen Marokanner, der Anfang des Jahres zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt wurde, weil er sich bei Facebook ein Profil anlegte und sich dort als Prinz Moulay Rachid, seines Zeichens Bruder von König Muhammed VI, ausgab. Das Gericht warf Fuad dabei Fälschung von Informationen und eine fehlende Genehmigung durch den Prinzen vor. Mordada wurde allerdings bereits im März wieder auf freien Fuß gelassen, wie auf der Website zu sehen ist, die damals zur Unterstützung von Fuad ins Leben gerufen wurde. Auch bei Yassine haben mehrere Menschenrechtsorganisationen mittlerweile die Freilassung gefordert und sogar den FC Barcelona höchstpersönlich um Hilfe gebeten.

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